Tom Seidmann-Freud (1892-1930) war Malerin, Illustratorin und Kinderbuchautorin – und eine Nichte von Sigmund Freud. Mit ihren Spiel-Fibeln zum Schreiben und Rechnen hat sie bereits vor über 100 Jahren die Meinung vertreten, dass Kinder im besten Fall eigenständig oder zumindest mitbestimmend entscheiden sollten, in welcher Reihenfolge und in welchem Tempo sie lernen möchten. Deshalb gilt für dieses „Lehrbuch“, dass wissbegierige Mädchen und Jungen die Schreib-Fibel nach ihrem Gustus benutzen dürfen, indem sie Bilder anmalen, eigene zeichnen, erste Buchstaben schreiben und sich allmählich die Welt des Lesens erobern.
Aus dem Geleitwort zur ersten Fibel; Notizen von Tom Seidmann-Freud: „Wenn ein Kind die eine oder andere Aufgabe auf manchen Seiten nicht lösen kann, so soll der Erwachsene auch nicht glauben, die betreffenden Stellen seien zu schwer … Er soll überhaupt nicht damit rechnen, daß das Kind nach jeder Seite schon mit einem bestimmten Resultat aufwarten kann. Im Gegenteil: Der Haupterfolg einer Spielstunde wird natürlicherweise zunächst latent bleiben, um sich dann unerwartet bei einer ganz anderen Gelegenheit zu zeigen. Die Fibeln sollten ja ausdrücklich das unbewußte Aufnehmen fördern.“
Seidmann-Freud hat mit ihren poetischen Bilderbüchern und Spielfibeln einen herausragenden Beitrag zur Modernisierung der Formensprache im Kinderbuch des frühen 20. Jahrhunderts geleistet. Und so richtet sich diese schön ausgestattete Neuausgabe an Vor- und Grundschulkinder, Eltern ebenso wie an Liebhaber hervorragend gestalteter Bücher.
Ursprünglich erschienen im Verlag Walde + Graf, Berlin.
Tom Seidmann-Freud Hurra, wir lesen! Hurra, wir schreiben! Eine Spielfibel
Infos
Von Tom Seidmann-Freud
17 x 24 cm, 60 Seiten, zahlreiche Illustrationen, gebunden
ebenfalls lieferbar: Hurra, wir rechnen! Eine Spielfibel.
Autorin
Tom Seidmann-Freud (* 17. November 1892 in Wien; † 7. Februar 1930 in Berlin) war eine österreichische Malerin, Kinderbuchautorin und -illustratorin und Nichte von Sigmund Freud. Mit 15 Jahren nahm sie den männlichen Vornamen Tom an. Nach dem Besuch einer Kunstschule in London erschienen ab 1914 erste eigene Veröffentlichungen von ihr. Zusammen mit ihrem Mann Jakob Seidmann gründete sie den Peregrin-Verlag, der sich auf religiöse Themen für ostjüdische Zuwanderer spezialisierte. Ihre Spielfibeln erschienen jedoch im Kinderbuchverlag von Herbert Stuffer.
Presse
»Der Gedanke, die Fibel spielhaft aufzulockern, ist alt und der neueste und radikalste Versuch, die nachgelassene Fibel der Seidmann-Freud, steht nicht außerhalb pädagogischer Überlieferung. Wenn dennoch etwas dies Elementarbuch aus der Reihe aller bisherigen hebt, so ist es die seltene Vereinigung gründlichsten Geistes mit der leichtesten Hand. Sie hat die geradezu dialektische Auswertung kindlicher Neigungen im Dienste der Schrift ermöglicht. Grundlage war der ausgezeichnete Einfall, Fibel und Schreibheft zusammenzulegen. Selbstvertrauen und Sicherheit werden in dem Kinde erwachen, das seine Schrift- und Zeichenproben zwischen diesen beiden Buchdeckeln anstellt.«
(Walter Benjamin, Frankfurter Zeitung, 13. Dezember 1930)
»Selbstvertrauen und Sicherheit werden in dem Kinde erwachen, das seine Schrift- und Zeichenproben zwischen diesen Buchdeckeln anstellt.«
Walter Benjamin
Carola Pohlmann über Tom Seidmann-Freud.
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